Brief an den Hamburger Senat zur aktuellen Situation der Frauen in Geflüchtetenunterkünften

Aufgrund der aktuellen Stiuation in den Erstaufnahemeinrichtungen und
Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete haben wir uns an die Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gewandt
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ak_logo_transp_100„Sehr geehrte Damen und Herren der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, sehr geehrte Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger für  die Unterbringung von Geflüchteten, 

der Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg möchte Sie mit diesem Schreiben eindringlich auf die besondere Notlage und Gefährdung von Flüchtlingsfrauen und -kindern hinweisen, die in Hamburg in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften leben.

Aus fachlicher Sicht halten wir es für dringend notwendig, dass bei der Entwicklung von Konzepten zur  Gewaltprävention in Unterkünften, bei der Planung von konkreten Schutzmaßnahmen und der Etablierung von Beratungsmöglichkeiten in entsprechenden Einrichtungen die Fachkompetenz des Referats Opferschutz der Stadt Hamburg hinzugezogen wird und auch unbedingt die in Hamburg arbeitenden spezialisierten Fachkräfte im Bereich Gewaltschutz beteiligt werden. Hierfür stehen wir als Teilnehmende des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg selbstverständlich mit unserer Fachlichkeit zur Verfügung.

Wir wissen,  dass es schwierig ist, geeigneten Wohnraum für die ankommenden Geflüchteten zur Verfügung zu stellen und entsprechende Strukturen vorzuhalten, aber wir möchten Sie dennoch auffordern, Sensibilität auch für den geschlechtsspezifischen Schutz der Betroffenen zu haben und insbesondere entsprechende Fachkompetenz bei der Planung von konkreten Schutzmaßnahmen einzuholen.Schutzräume für Frauen und Kinder, geschlechtergetrennte Sanitäranlagen und insbesondere geschützten Wohnraum für allein reisende Frauen mit Kindern vor Ort und spezifische Beratungsangebote sind hierbei basale Forderungen, die auch in den zwei aktuellen Veröffentlichungen („Empfehlungen an ein Gewaltschutzkonzept zum Schutz von Frauen und Kindern vor geschlechtsspezifischer Gewalt in Gemeinschaftsunterkünften“, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Gesamtverband, Juli 2015 und „Effektiver Schutz vor Gewalt – auch in Flüchtlingsunterkünften“, Deutsches Institut für Menschenrechte, August 2015) benannt werden.

Für den Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg

Iris Hannig Pasewald
Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapeutin, Traumatherapie