25. November 2015 – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Hamburg

Dieser Gedenktag geht zurück auf den Tod der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und beteiligten sich an Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo.
Lateinamerikanische und karibische Frauen haben deshalb 1981 den 25. November als internationalen Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen.
1999 übernahmen die Vereinten Nationen offiziell den Protesttag.

Brötchentüten werben für Gewaltlosigkeit

Gewalt kommt nicht die Tüte!In Bäckereien der Bäcker-Innung Hamburg werden in der Zeit rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Brötchentüten mit dem Aufruf „Gewalt kommt nicht in Tüte“ über die Ladentheke gereicht. Beratungsstellen informieren in den Filialen über ihre Arbeit.

30 % aller Mädchen und Frauen ab 15 Jahren erfahren zumindest einmal in ihrer Beziehung körperliche oder sexuelle Gewalt, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation.

Gewalt ist in vielen Familien trauriger Alltag: Allein in der Hansestadt suchten im Jahr 2014 gut 1.500 Frauen und Kinder Zuflucht in Frauenhäusern, 5.000 Betroffene nahmen Beratung in Anspruch.

Aktuell ist ein Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch Flucht und prekäre Lebensbedingungen in Flüchtlingsunterkünften zu verzeichnen. Anlass für eine Gemeinschaftsaktion des „Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg“ und der Bäcker-­Innung Hamburg:

Bereits zum siebten Mal geben teilnehmende Innungsbäckereien vom 24.11. bis 28.11.2015 über 46.000 Brötchentüten mit der Botschaft „Gewalt kommt nicht in die Tüte!” aus.
AIMG_0445_tuete_tuned_200uf den Tüten stehen außerdem die Adressen von Hamburger Beratungsstellen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Parallel informiert der „Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg“ an Infoständen in ausgewählten Bäckereien der
Bäcker-­Innung über die hamburgischen Beratungs­ und Schutzangebote.

Die Brötchentütenkampagne der Bäcker-Innung Hamburg und des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

• stärkt und unterstützt betroffene Frauen
• informiert über Wege aus der Gewalt
• diskutiert das Thema in der Öffentlichkeit
• stellt das Hamburger Hilfenetz vor

Schirmherrin
Die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche Kirsten Fehrs unterstützt auch in diesem Jahr als Schirmherrin den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen in Hamburg. Herzlichen Dank dafür!

„Betroffene Frauen sind oft schon seit Jahrzehnten einem Gewaltszenario ausgeliefert, das sie nicht schaffen, alleine zu durchbrechen. Sie fühlen sich schuldig und kommen aus dem Teufelskreis von Gewalt, Beschämung, Schuldgefühl und Ohnmacht nicht heraus. Verstärkt wird dies oft noch durch Kinder, die Gewaltszenen miterleben und verstört oder gar traumatisiert reagieren.
Umso wichtiger ist es, in unserer Gesellschaft klar zu signalisieren: Gewalt darf um Gottes Willen nicht sein. Da ist die christliche Ethik ganz eindeutig: Wer schlägt, hat unrecht. Ich bin davon überzeugt: beim Gang zum Bäcker kann man ganz unauffällig für den Gang zur Beratungsstelle oder in ein Frauenhaus werben. Damit Frauen sich ein Herz fassen, um herauszukommen aus dem Teufelskreis der Gewalt.“ Kirsten Fehrs

Wir brauchen Ihre Unterstützung
Patchwork / Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Hamburg
Kontoverbindung bei der Hamburger Sparkasse:
BLZ: 20050550 – Konto: 1268184239 – Verwendungszweck: Gewalt kommt nicht in die Tüte

ak_logo_transp_100Der Arbeitskreis organisiert seit sieben Jahren die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ in Hamburg, gemeinsam mit der Bäcker-Innung Hamburg.

Er bildet ein Netzwerk aus Beratungseinrichtungen, Frauenhäusern und weiteren Hilfeeinrichtungen für Frauen.

Die Sensibilisierung und Information einer breiten Öffentlichkeit über das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist Schwerpunkt der Arbeit. Wir arbeiten inhaltlich und politisch und setzten Impulse, um die Situation von Frauen, die Gewalt erleben müssen zu verbessern.